Ich blieb drei Nächte in Dawson City. Kühle und Regen lösten das warme, sonnige Wetter ab. Ein Wetter, bei dem es mir nichts ausmachte, zu Hause zu bleiben. Ich füllte die Waschmaschinen und unternahm in einer Regenpause einen kurzen Spaziergang durch den Ort.
Erschrocken schaute ich auf die Uhr. Es war zwanzig nach zehn. Ich erwachte um 6:30 Uhr, es war kalt im Van, also schaltete ich die Heizung ein. „So früh muss ich nicht aufstehen”, dachte ich und legte mich nochmals ins Bett. Um 11 Uhr sollte der Campingplatz freigegeben werden. Duschen wollte ich auch noch und ohne Frühstück wollte ich nicht wegfahren. Zuerst ass ich mein Müesli, dann fuhr ich zur Dumpstation und erst danach gönnte ich mir die Dusche. Ich kaufte für ein paar Tage ein. Das nächste Mal werde ich in Tok, Alaska, einkaufen können. Ich überlegte hin und her, ob ich nach Yellowknife, der Hauptstadt von Northwest-Territories, oder nach Alaska weiterreisen soll. In der Region von Yellowknife gab es einige Waldbrände, weshalb ich mich dagegen entschied. Zwischen Kanada und Alaska gibt es zwei Grenzübergänge. Abgesehen von dem schmalen Küstenstreifen, der auch zu Alaska gehört. Ganzjährig ist der Grenzübergang auf dem Alaska Highway geöffnet. Der Grenzübergang zwischen Dawson City und Tok an der Top of the World Highway ist hingegen nur im Sommer geöffnet. Vermutlich ist diese auf 1300 m ü. M. gelegene Grenzstation die einzige, bei der sich Kanada und die USA ein Gebäude teilen. In Dawson City überquere ich mit der Fähre den Yukon River. Die 100 Kilometer bis zur Grenze sind eine gut befahrbare Schotterstrasse. Die Wolken hängen tief und ein kalter Wind weht. Trotz der Wolkendecke sind die meisten Berge sichtbar. Zeitweise führt die Strasse auf dem Bergrücken entlang und bietet eine weite Aussicht rundum. Die Grenzkontrolle war kurz und problemlos. Alaska liegt in einer anderen Zeitzone, sodass es jetzt 10 Stunden weniger sind als in Mitteleuropa.
